
Wie stark politische Rahmenbedingungen ganz konkret in betriebliche Abläufe eingreifen, zeigte das jüngste Unternehmerfrühstück der MIT Hochsauerlandkreis bei A.L.S Logistik in Arnsberg.
Im ausführlichen Gespräch mit dem kaufmännischen Leiter Michael Millentrup standen moderne Logistik, Bürokratie und die Standortbedingungen für den Mittelstand im Mittelpunkt.
Michael Millentrup gab der MIT dabei einen umfassenden Einblick in die Arbeit und die Herausforderungen moderner Logistik. A.L.S organisiert heute weit mehr als klassische Transporte. Das Unternehmen steuert internationale Lieferketten über Luft- und Seefracht, übernimmt Lagerung, Kommissionierung und Versand und setzt dabei auf Digitalisierung sowie ein internationales Netzwerk verlässlicher Partner. Allein am Logistikstandort in Arnsberg arbeiten rund 25 Beschäftigte.
Besonders intensiv diskutiert wurde die europäische Verpackungsregulierung PPWR. Deren Ziel, Verpackungsmaterial zu reduzieren, wird von A.L.S ausdrücklich nicht infrage gestellt. Problematisch ist nach Einschätzung von Michael Millentrup vielmehr der erhebliche zusätzliche Aufwand, der durch detaillierte Erfassungs- und Dokumentationspflichten entsteht.
Das wird besonders dort deutlich, wo A.L.S für Kunden verschiedene Produkte zu neuen Verkaufseinheiten zusammenstellt und dafür neu verpackt. Kartongrößen, Verpackungsmengen und Füllmaterialien müssen dabei möglichst exakt erfasst und bewertet werden – in einem flexiblen, teilweise manuellen Logistikprozess ein erheblicher zusätzlicher Aufwand. Das Unternehmen hat dabei schon aus wirtschaftlichen Gründen selbst ein Interesse daran, Verpackungsmaterial und Transportvolumen möglichst gering zu halten.
Auch die Infrastruktur im Gewerbegebiet kam zur Sprache. Fehlende beziehungsweise unzureichende Straßenbeleuchtung, Gehwege und ÖPNV-Anbindung sind für Unternehmen und Beschäftigte ganz praktische Standortfaktoren.
Bemerkenswert war dabei die differenzierte Haltung von Michael Millentrup: Nicht jedes Problem wurde der Politik zugeschrieben. Auch Unternehmen selbst müssten Entscheidungen beschleunigen, Verantwortung übernehmen und eigene Strukturen immer wieder hinterfragen. Gerade diese offene und differenzierte Betrachtung machte den Austausch für die MIT besonders wertvoll.
„Genau deshalb führen wir diese Gespräche“, betont MIT-Kreisvorsitzender Frank Kramer. „Wir wollen nicht über die Wirtschaft reden, sondern mit den Unternehmen. Nur wenn wir wissen, wo Regelungen im betrieblichen Alltag tatsächlich Probleme verursachen, können wir diese Themen konkret in die Politik tragen.“
Die MIT Hochsauerlandkreis bedankt sich bei Michael Millentrup herzlich für das offene Gespräch, den konstruktiven Austausch und die praxisnahen Einblicke in die Arbeit von A.L.S Logistik. Die gewonnenen Erkenntnisse werden gemeinsam mit den Ergebnissen der bisherigen Unternehmerfrühstücke gebündelt und gegenüber den zuständigen Ansprechpartnern auf kommunaler, Landes- und Bundesebene eingebracht.
